Il-Gudja Triq Iż-Żebbuġa

PFARRKIRCHE DER ANNAHME DER JUNGFRAU MARIA, GUDJA

Der Entwurf der Kirche Mariä Himmelfahrt wird dem maltesischen Architekten Tommaso Dingli (1591-1666) zugeschrieben. Der Bau begann 1656 und wurde in zehn Jahren abgeschlossen. Die Barockkirche weist viele Ähnlichkeiten mit anderen von Dingli entworfenen Kirchen auf, insbesondere in der Schlichtheit ihrer Seitenwände und der Struktur der Kuppel.

HISTORISCHE DETAILS:

1858 wurde der Glockenturm von Dingli, der sich neben dem nördlichen Querschiff befand, durch einen neuen Glockenturm von über 30 Metern Höhe ersetzt. Er wurde von dem britischen Architekten William Baker im neoklassischen Stil entworfen. Der Turm wird von einer tempelartigen Säulenstruktur überragt, die von einem von zwei Engeln gehaltenen Steinkreuz gekrönt wird. Zwei Engel in voller Länge schmücken auch die Balustrade am obersten Rand des Turms. Die vier Glocken wurden von der Londoner Firma John Warner and Sons gegossen. Die Uhr auf dem Glockenturm wurde von dem maltesischen Uhrmacher Mikiel Anġ Sapiano (1826-1912) gebaut.

Die heutige Fassade der Kirche stellt einen Ersatz aus dem frühen 20. Jahrhundert dar und löste die ursprüngliche Fassade ab, die Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet worden war. Die im Jahr 1901 entstandene neue Fassade wurde von Carlo Farrugia entworfen und von Angelo Dalli ausgeführt. Der mittlere Teil der Fassade ist mit zwei allegorischen Figuren geschmückt, die die Tugenden der Hoffnung (links) und der Nächstenliebe (rechts) darstellen. Gekrönt wird die Fassade von einem Giebeldreieck, über dem sich eine Skulptur des auferstandenen Christi erhebt.

Einzigartig unter den maltesischen Kirchen verfügt diese Kirche über drei Glockentürme. Ihr Parvis (Zuntier) erstreckt sich über die Vorderseite und die Seiten der Kirche und wurde 1908 vergrößert, um der neuen Kirchenfassade Platz zu machen. Der Vorplatz ist von einer niedrigen Mauer mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst, das durch drei Tore unterbrochen wird. Diese werden von Kalksteinsäulen getragen, die im eklektischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts gestaltet sind.

Die Kuppel ist auf einer achteckigen Trommel aufgebaut, mit Fenstern in den Seitenwänden und ist vergleichbar mit anderen von Tommaso Dingli entworfenen Kuppeln, wie etwa der der Pfarrkirche von Ħ’Attard. 

Die Kirche wurde 1785 durch den Bischof von Malta, Vincenzo Labini, geweiht.

HIGHLIGHTs:

Die Gewölbedecke der Kirche hält sich an traditionelle marianische Farben und zeigt einen hellblauen Hintergrund, der mit goldenen Sternen übersät ist. Die vier Ecken der Kreuzung der Querschiffe sind mit Ganzkörperdarstellungen der vier Evangelisten geschmückt, die 1934 von Ramiro Raffaele Calì (1881-1945) ausgeführt wurden. Er signierte sein Werk mit „R.R. Calì“.  

Die Gewölbebögen wurden von Benjamin Tonna (1879-1959) mit Weinreben- und Blumenmotiven sowie Cherubinen verziert. Auch andere Teile der Kirchenwände sind mit feinen und filigranen Schnitzereien aus Globigerina-Kalkstein verziert, die vor allem an den Seitenaltären zu sehen sind.

TITELGEBENDES GEMÄLDE:

Die ganze Gestalt der Jungfrau Maria ist das Hauptelement des titelgebenden Gemäldes Mariä Himmelfahrt, das 1877 von Pietro Gagliardi (1809-1890) im Stil der Romantik geschaffen wurde. Die Jungfrau Maria wird dargestellt mit dem Erzengel Michael zu ihrer Linken und dem Erzengel Gabriel zu ihrer Rechten. Die letztere Figur hält eine Lilie, das Symbol der Jungfräulichkeit, die an seine Rolle als göttlicher Bote in der Verkündigung erinnert. Ihre Flügel symbolisieren den Transport der Gottesmutter in den Himmel, der hier als ein Ring göttlichen Lichts dargestellt wird, umgeben von Cherubim. Unterhalb befinden sich mehrere Cherubim, die zur Feier des göttlichen Ereignisses Blumen tragen, während zwei Engel Saiteninstrumente spielen. Im untersten Register sind die Apostel, die dieses Ereignis miterlebten, nominell präsent und werden in dem Moment dargestellt, in dem sie das leere Grab entdecken.

Zu beiden Seiten des Titelbildes befinden sich zwei ältere Gemälde aus dem achtzehnten Jahrhundert. Auf der einen Seite ist die Mystische Hochzeit der Heiligen Katharina dargestellt, auf der anderen die Jungfrau Maria mit der Heiligen Anna. Das letztgenannte Gemälde, als der bessere der beiden angesehen, wird dem maltesischen Künstler Francesco Zahra (1710-1773) zugeschrieben.

PROJEKTINFORMATIONEN:

Ziel des von der Europäischen Union kofinanzierten Projekts war die Aufwertung der elektrischen Infrastruktur und der Beleuchtungssysteme der Kirche – sowohl an der Fassade als auch im Innenraum. Die Initiative realisierte sicherheitskonforme elektrische Verteilernetze zum Schutz der historischen Struktur, ihrer wertvollen Schätze und der Besucher. Die Verbesserungen umfassten die Neugestaltung der Beleuchtung, um die Kirchensammlung und die architektonischen Besonderheiten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich ästhetisch hervorzuheben. Durch die Installation energieeffizienter Beleuchtungslösungen gewährleistet das Projekt, dass Besucher die künstlerische und architektonische Bedeutung des Ortes intensiver genießen können. Diese Verbesserungen tragen zur Erhaltung und dauerhaften Genuss dieses historischen Wahrzeichens bei.

ÖFFNUNGSZEITEN FÜR BESUCHER:
Ausführliche Informationen finden Sie unter
parrocci.knisja.mt/parrocca.

WIE ANKOMMEN:
Siehe die Website der öffentlichen Verkehrsmittel in Malta:
www.publictransport.com.mt